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Samstag, 3. November 2012

Ralf Neuendorf : November -> Tässchen Hirn"



Ralf Neuendorf kam 1972 in Neuss auf die Erde und entfernte sich nach dem frühen Tod der Mutter schon in jugendlichem Alter wieder von ihr, in eine Sphäre, die Diesseitiges und Jenseitiges zu vereinen sucht. Seither ist er als Künstler in verschiedenen Bereichen unterwegs und wandelt dabei stets an der Grenze zwischen Leben und Tod, Realität und Traum, Zeit und Raum, Schein und Sein. Durch all sein Wirken zieht sich der Zweifel an dem, was gemeinhin als Wirklichkeit betrachtet wird, setzt ihr kühne utopische Weltentwürfe entgegen.
Als Musiker veröffentlichte er unter dem Namen Cactus Cooper seit 1993 eine Vielzahl liebevoll gestalteter Cassetten-Alben sowie 2002 eine LP bei Mushroom Runner Records.
Zwischen 2001 und 2007 war er für die handgemachte psychedelische Lichtprojektion bei der Underground-Band Mandra Gora Lightshow Society verantwortlich.
Seit 1998 veröffentlichte er mehrere Ausgaben eines handgeschriebenen halbsatirischen Magazins für anarchistische Realpolitik, die ihm von Außerirdischen, die sich hin und wieder durch seine Duschkabine auf die Erde beamen, als Klolektüre dagelassen wurden.
Außerdem zeichnet er Cartoons und gestaltet Recycling-Designobjekte.
Seinen speziellen Collagen-Stil, den man als eine Melange aus Surrealismus, Pop-Art und alten Vanitas-Gemälden beschreiben kann, entwickelt er schon seit 1993. Hinter einer auf den ersten Blick realistischen Kulisse treten Wege hervor um andere Welten zu erreichen, unmögliche Perspektiven überfordern die räumliche Vorstellungskraft, zu sehen geglaubtes mutiert bei genauerer Betrachtung zu dem was es ist: Papierschnipsel die ihre Aufgabe im Gesamtgefüge erfüllen während sie so aussehen wie etwas anderes. Da die Schnipsel, aus denen die Bilder zusammengeklebt sind, tausendfach veröffentlichten Zeitschriften entstammen stellen sich Deja-vu-Erlebnisse ein. Man erinnert sich – aber woran? An einen Traum? An die Zukunft? Oder nur daran, dass man dieses Wesen ist, das fortwährend Sinneseindrücke, Erinnerungen und Assoziationsketten in ein völlig einzigartiges Gefühl umwandelt?
Das Grenzgängertum des Künstlers äußert sich letztendlich auch darin, dass er den Betrachter sowohl zum tiefgründigen Nachdenken als auch zum Sich-gehen-lassen auffordern möchte, er bietet Traum und Alptraum in Einem und allein der Wahrnehmende ist dafür verantwortlich welchem Teil dieses Spektrums er am meisten Bedeutung gewährt. Ist das noch Kunst oder schon ein Psychotest?


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